Tourenplanung und Disposition – Unterschiede und Zusammenspiel
Tourenplanung und Disposition werden im Zusammenhang mit Fahrdiensten und Fuhrparks häufig gemeinsam genannt. Beide beschäftigen sich mit Fahrzeugen, Fahrern, Aufträgen und deren zeitlicher Organisation. Trotzdem handelt es sich nicht um dieselbe Aufgabe.
Die Tourenplanung beschäftigt sich vor allem mit der Frage, wie mehrere Ziele sinnvoll miteinander verbunden werden können. Die Disposition entscheidet dagegen, welcher Fahrer mit welchem Fahrzeug welchen Auftrag übernimmt und wie auf Veränderungen im laufenden Betrieb reagiert wird.
Disponentensoftware Fahrzeugdisposition – Fahrzeuge digital planen und einsetzen
Disponentensoftware Fahrer und Fahrzeuge disponieren – So funktioniert die digitale Einsatzplanung
In der Praxis ergänzen sich beide Bereiche. Für viele kleinere Fahrdienste und Fuhrparks steht jedoch nicht die mathematisch optimale Route im Mittelpunkt, sondern eine flexible und übersichtliche Disposition.
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Was ist Tourenplanung?
Bei der Tourenplanung werden mehrere Fahrten beziehungsweise Ziele zu einer sinnvollen Reihenfolge zusammengestellt.
Ein einfaches Beispiel:
Ein Fahrzeug soll im Laufe des Vormittags mehrere Ziele anfahren. Statt die Reihenfolge zufällig festzulegen, wird versucht, die Fahrten so anzuordnen, dass unnötige Wege vermieden werden.
Dabei können unterschiedliche Faktoren berücksichtigt werden:
- Start- und Zielorte,
- Entfernungen,
- Fahrtzeiten,
- vorgegebene Termine,
- verfügbare Fahrzeuge,
- Kapazitäten,
- weitere betriebliche Vorgaben.
Je komplexer die Aufgabe wird, desto interessanter können automatische Verfahren zur Tourenoptimierung werden.
Das Ziel lautet dabei vereinfacht:
Wie lassen sich mehrere Fahrten möglichst sinnvoll zu einer Route beziehungsweise Tour zusammenstellen?
Was bedeutet Disposition?
Die Disposition betrachtet den Betrieb aus einer anderen Perspektive.
Hier lautet die zentrale Frage:
Welcher Fahrer übernimmt wann mit welchem Fahrzeug welchen Auftrag?
Ein Auftrag muss also zunächst einer verfügbaren Person und einem verfügbaren Fahrzeug zugeordnet werden.
Dabei berücksichtigt der Disponent nicht nur Entfernungen.
Ein Fahrer kann bereits einen anderen Auftrag haben. Ein Fahrzeug kann nicht zur Verfügung stehen. Ein Termin kann sich verschieben oder ein kurzfristiger Auftrag hinzukommen.
Die Disposition verbindet deshalb:
Aufträge → Fahrer → Fahrzeuge
und passt diese Zuordnung an die aktuelle betriebliche Situation an.
Der wichtigste Unterschied
Der Unterschied zwischen Tourenplanung und Disposition lässt sich anhand zweier Fragen gut erkennen.
Die Tourenplanung fragt:
Welche Reihenfolge beziehungsweise Route ist für diese Fahrten sinnvoll?
Die Disposition fragt:
Wer führt diese Fahrten mit welchem Fahrzeug aus?
Beide Fragen können miteinander zusammenhängen, sind aber nicht identisch.
Eine optimale Route nützt beispielsweise wenig, wenn der dafür vorgesehene Fahrer zu diesem Zeitpunkt bereits einen anderen Auftrag übernommen hat.
Umgekehrt kann ein Auftrag korrekt einem Fahrer und einem Fahrzeug zugeordnet sein, obwohl dessen Route noch nicht optimal geplant wurde.
Warum wird beides häufig verwechselt?
Bei einfachen Abläufen finden Tourenplanung und Disposition praktisch gleichzeitig statt.
Ein Disponent sieht einen neuen Auftrag, erkennt einen Fahrer in der Nähe und weist ihm die Fahrt zu. Dabei berücksichtigt er automatisch auch die voraussichtliche Route.
Damit hat er sowohl disponiert als auch einen Teil der Tourenplanung übernommen.
Bei größeren oder komplexeren Systemen können beide Aufgaben dagegen deutlicher voneinander getrennt werden.
Eine Software berechnet beispielsweise automatisch eine optimierte Tour aus vielen Aufträgen. Die Disposition muss anschließend sicherstellen, dass die benötigten Fahrer und Fahrzeuge tatsächlich zur Verfügung stehen.
Nicht jeder Fahrdienst benötigt automatische Tourenoptimierung
Automatische Tourenplanung kann sehr wertvoll sein.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Betrieb sie benötigt.
Besonders sinnvoll ist eine algorithmische Optimierung beispielsweise dann, wenn sehr viele Ziele miteinander kombiniert werden müssen und die Reihenfolge der Stopps flexibel ist.
Ein typisches Beispiel wäre eine größere Zahl von Auslieferungen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums erledigt werden müssen.
Bei einem Fahrdienst kann die Situation anders aussehen.
Viele Aufträge besitzen bereits feste oder weitgehend vorgegebene Zeiten. Ein Fahrgast muss beispielsweise zu einem bestimmten Termin abgeholt werden. Der Disponent kann dann nicht beliebig sämtliche Fahrten zu einer theoretisch optimalen Route zusammenstellen.
In solchen Fällen ist häufig die flexible Auftragsdisposition wichtiger als eine vollständig automatische Tourenoptimierung.
Der Mensch kennt mehr als die reine Entfernung
Eine mathematisch kurze Strecke ist nicht zwangsläufig die betrieblich beste Entscheidung.
Ein erfahrener Disponent kennt häufig Zusammenhänge, die sich nur schwer vollständig in einem Algorithmus abbilden lassen.
Er kennt seine Fahrer und Fahrzeuge. Er weiß, welche Aufträge erfahrungsgemäß länger dauern können. Er kennt Kunden und besondere Anforderungen. Außerdem kann er kurzfristige Informationen berücksichtigen, die erst während des Tages entstehen.
Deshalb kann es gerade für kleinere und mittlere Betriebe sinnvoll sein, dem Disponenten gute digitale Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, ohne ihm jede Entscheidung abzunehmen.
Die Software liefert Informationen.
Der Mensch bewertet die Situation.
Karten unterstützen beide Aufgaben
Eine Kartenansicht ist sowohl für die Tourenplanung als auch für die Disposition hilfreich.
Bei der Tourenplanung können Entfernungen und mögliche Routen beurteilt werden.
Bei der Disposition hilft die Karte dabei, die aktuelle räumliche Situation des Fuhrparks zu erfassen.
Wo befinden sich die Fahrzeuge?
Welcher Fahrer ist in der Nähe eines neuen Auftrags?
Welche Fahrt lässt sich sinnvoll an einen bestehenden Einsatz anschließen?
Damit verbindet eine Karte die abstrakte Auftragsplanung mit der tatsächlichen geografischen Situation.
Standort und Verfügbarkeit sind zwei unterschiedliche Informationen
Ein Fahrzeug kann sich sehr nah an einem neuen Auftrag befinden und trotzdem nicht verfügbar sein.
Vielleicht führt der Fahrer gerade eine andere Fahrt aus.
Umgekehrt kann ein Fahrzeug formal verfügbar sein, sich aber weit entfernt vom Einsatzort befinden.
Für eine gute Disposition werden deshalb beide Informationen benötigt:
Verfügbarkeit und Standort.
Erst ihre Kombination ermöglicht eine sinnvolle Entscheidung.
Genau hier zeigt sich erneut der Unterschied zur reinen Routenberechnung. Die kürzeste Entfernung allein entscheidet noch nicht darüber, welcher Fahrer einen Auftrag übernehmen sollte.
Was passiert bei kurzfristigen Änderungen?
Der größte Unterschied zwischen einem einmal erstellten Plan und der tatsächlichen Disposition zeigt sich während des laufenden Tages.
Ein Auftrag wird abgesagt.
Eine Abholzeit ändert sich.
Eine Fahrt dauert länger als erwartet.
Ein Fahrer fällt aus.
Ein Fahrzeug steht kurzfristig nicht zur Verfügung.
Oder ein neuer Auftrag kommt hinzu.
Jetzt reicht es nicht, eine am Morgen berechnete Route zu betrachten. Die aktuelle Planung muss angepasst werden.
Der Disponent muss entscheiden, welche Auswirkungen die Veränderung auf Fahrer, Fahrzeuge und weitere Aufträge hat.
Eine digitale Disposition unterstützt genau diese laufende Neuordnung.
Tourenplanung ist ein Teil – der Betrieb ist größer
Für einen Fahrbetrieb sind möglichst sinnvolle Wege wichtig. Sie sind jedoch nur ein Teil der täglichen Organisation.
Zusätzlich müssen beispielsweise Aufträge erfasst, Fahrer eingesetzt, Fahrzeuge zugeordnet und Änderungen verarbeitet werden.
Deshalb sollte bei der Auswahl einer Software zunächst geklärt werden, welches Problem eigentlich gelöst werden soll.
Wer täglich hunderte frei kombinierbare Stopps möglichst effizient anordnen muss, benötigt möglicherweise vor allem eine leistungsfähige Tourenoptimierung.
Wer dagegen laufend Aufträge auf Fahrer und Fahrzeuge verteilt und auf kurzfristige Änderungen reagieren muss, benötigt in erster Linie eine Disponentensoftware.
Tourenplanung mit Excel und Kartenanwendungen
Auch ohne spezielle Software lassen sich einfache Touren planen.
Aufträge können beispielsweise in einer Tabelle erfasst und Ziele anschließend in einer Kartenanwendung geprüft werden.
Bei wenigen Fahrten kann das vollkommen ausreichen.
Mit zunehmender Zahl an Aufträgen entsteht jedoch wieder das bekannte Problem: Die Informationen verteilen sich auf mehrere Anwendungen.
Die Aufträge stehen in der Tabelle.
Die Fahrer befinden sich möglicherweise in einer anderen Liste.
Die Fahrzeuge werden separat verwaltet.
Die räumliche Situation wird in einer Kartenanwendung betrachtet.
Der Disponent muss diese Informationen selbst zusammenführen.
Eine zentrale digitale Lösung kann diese Medienbrüche reduzieren.
Wann ist eine Disponentensoftware sinnvoller?
Eine Disponentensoftware ist insbesondere dann interessant, wenn nicht die optimale Reihenfolge vieler Stopps das Hauptproblem darstellt, sondern die laufende Zuordnung von Aufträgen.
Typische Situationen sind:
- Aufträge kommen während des Tages hinzu,
- Fahrer übernehmen wechselnde Fahrten,
- Fahrzeuge werden unterschiedlich eingesetzt,
- Termine verändern sich kurzfristig,
- Standorte sollen bei der Entscheidung berücksichtigt werden,
- Disposition und Fahrer benötigen einen gemeinsamen Informationsstand.
In diesen Fällen liegt der Schwerpunkt auf der operativen Steuerung des laufenden Betriebs.
Disposition mit meinfuhrpark.com
meinfuhrpark.com ist eine browserbasierte Disponentensoftware, deren Schwerpunkt auf der Verbindung von Aufträgen, Fahrern und Fahrzeugen liegt.
Aufträge können erfasst und den entsprechenden Fahrern und Fahrzeugen zugeordnet werden. Karten- und Standortfunktionen unterstützen den Disponenten dabei, auch die räumliche Situation in seine Entscheidungen einzubeziehen.
Die Software ist dabei nicht als vollautomatische Tourenoptimierung gedacht, die dem Disponenten sämtliche Entscheidungen abnimmt.
Der Schwerpunkt liegt auf der praktischen Disposition des laufenden Betriebs.
Weitere Funktionen wie Arbeits- und Fahrzeiterfassung sowie ein Kassenbuch ergänzen die Anwendung.
Die Software kann direkt im Browser gestartet werden. Eine vorherige Registrierung ist zum Ausprobieren nicht erforderlich. Soll der zunächst verwendete Account anschließend dauerhaft genutzt werden, kann er beansprucht werden.
Damit lässt sich unmittelbar feststellen, ob diese Form der digitalen Disposition zu den Abläufen des eigenen Betriebs passt.
Tourenplanung und Disposition sinnvoll zusammendenken
Tourenplanung und Disposition verfolgen letztlich dasselbe übergeordnete Ziel: Fahrzeuge und Fahrer sollen sinnvoll eingesetzt und Aufträge zuverlässig erledigt werden.
Sie setzen jedoch an unterschiedlichen Stellen an.
Die Tourenplanung optimiert vor allem Wege und Reihenfolgen.
Die Disposition organisiert die tatsächliche Zuordnung von Aufträgen, Fahrern und Fahrzeugen und reagiert auf Veränderungen im laufenden Betrieb.
Für viele Fahrdienste ist deshalb nicht die Frage entscheidend, ob sie eine möglichst komplexe automatische Tourenplanung besitzen.
Wichtiger ist zunächst, jederzeit beantworten zu können:
Welche Aufträge stehen an, welcher Fahrer übernimmt sie und welches Fahrzeug wird dafür eingesetzt?
Eine übersichtliche digitale Disposition schafft genau dafür die Grundlage.
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